WhiskyWhisky-Präsentationen

Neue Distillerien – junge Whiskies: Kingsbarns, Wolfburn, Ailsa Bay

Alfred Hullmann131 views

In meiner Bar habe ich jetzt drei ganz junge Whiskies von (fast) ganz neuen Distillerien. Diese möchte ich jetzt vorstellen und natürlich biete ich sie ab jetzt auch meinen Bar-Besuchern zum Tasting an.

Die Distillerien

Auf unserer diesjährigen Schottland-Tour haben wir u.a. Kingsbarns an der Ostküste der Lowlands, nahe St Andrews, besucht (s. Reiseberichte). Kingsbarns ist eine kleine, familiengeführte Distillery, die 2014 gegründet wurde. Nach der Distillery-Tour habe ich dort deren ersten Single Malt, den „Dream to Dram“ gekauft.

Den Wolfburn Northland habe ich schlicht in einem Fachgeschäft erworben. Wolfburn ist die nördlichste Distillerie auf dem schottischen Festland. Seit 2013 wird hier Whisky distilliert.

Den Ailsa Bay Sweet Smoke habe ich in Dufftown im dortigen ‚Whisky Shop‘ gekauft, in Deutschland ist dieser Whisky m.W. nicht erhältlich. Ailsa Bay liegt in den südlichen Lowlands, produziert seit 2007 fast ausschließlich für blended Whiskies, hat aber 2017 erstmalig einen Single Malt auf den Markt gebracht.

Diese drei Whiskies sind ohne Altersangabe, aber bei diesen relativ neuen Distillerien dürften die Abfüllungen kaum älter als 3 Jahre sein.

Die Whiskies und meine Verkostung

  • Kingsbarns Dream to Dram, 46 %, 1st fill bourbon cask (90%) und 1st fill barrique cask
    Aroma: verhaltene Süße, erinnert an leichte Fruchtaromen und Gras
    Geschmack: Toffee, helle Früchte, cremig, leicht – süß – frisch
    Abgang: mittellang
  • Wolfburn Northland, 46 %, 2017er Abfüllung
    Aroma: maritim, fruchtig, malzig
    Geschmack: Toffee, Nuss, leichter Rauch, Meeresbrise; junger Whisky mit bereits komplexen Aromen, vielleicht Trockenfrüchte, würzig
    Abgang: jugendlich-frisch, aber dank der 46% und des Rauchanteils intensiv
  • Ailsa Bay Sweet Smoke (Release 1.2), 48,9 %; 22 PPPM Peat (Phenol Parts per Million; angeblich im Destillat, nicht in dem getrockneten Gerstenmalz gemessen), 19 SPPM (Sweetness Parts per Million; bislang unbekannte Maßeinheit, Eigenkreation?).
    Aroma: intensiver Rauch und Süße, Vanille
    Geschmack: das Versprechen „Sweet and Smoke“ wird eingehalten; wie eine kleine Explosion im Mund, wohl dank des Alkoholgehaltes von 48,9 % und des hohen Rauchanteils komplex und intensiv
    Abgang: ziemlich langes finish, die Mischung aus Süße und Rauch bleiben im Mund.

Fazit

Diese drei Whiskies sind sehr jung, sie haben zwangsläufig nicht die Komplexität lang gereifter Whiskies. Es zeigt sich aber, dass ein relativ hoher Alkoholgehalt, Reifung in kleinen Fässern sowie ein Anteil von Rauchigkeit auch jungen Whiskies zu einem bemerkenswerten Geschmackserlebnis verhelfen können.

Eine Bereicherung für meine Bar – zumal -mit Verlaub- nicht viele Bars von sich sagen können, einen Ailsa Bay Sweet Smoke anbieten zu können!!

Na denn: Slainte Mhath!

 

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