Deutscher Whisky hat an Zuspruch und Qualität gewonnen, Grund genug, ihm eine Serie zu widmen. In ihrem dritten Teil möchte ich die Destillerien Slyrs in Bayern und Finch in Schwaben vorstellen.
SLYRS Bavarian Whisky Distillery

Die Geschichte des bayerischen Slyrs-Whiskys begann 1999 mit der Destillation des ersten Single Malt. 2007 baute SLYRS eine eigene Whisky Destillerie in Neuhaus am Schliersee (slyrs.com).
SLYRS steht für eine ganze Palette unterschiedlicher Whiskys. Neben dem klassischen Single Malt gehören verschiedene Fass-Finishes, Rye Whisky und auch getorfte Varianten zum Sortiment. Damit zeigt die Brennerei, wie vielfältig deutscher Whisky ist. Eine Besonderheit ist die Mountain Edition: hierfür lagerten Whiskyfässer in einem Höhenlager auf 1501 m.
Für den Einstieg in die Welt von SLYRS habe ich den Single Malt Classic ausgewählt.
SLYRS Single Malt Classic – 43 % Vol.
Aroma und Geschmack: Intensive und komplexe Aromen von Aprikose und Orangen, dazu kommen Karamell, Getreide- und Holznoten.
Abgang: Der Abgang ist lang und würzig. Die Süße des Whiskys klingt langsam aus und macht Lust auf den nächsten Schluck.
Slyrs Whisky beweist, auch ein deutscher Single Malt kann überzeugen, und wurde inzwischen mehrfach ausgezeichnet. Für Whisky-Liebhaber eine gute Gelegenheit, sich an deutsche Whiskys heranzuwagen.
Finch Whiskydestillerie
Die Finch Whiskydestillerie liegt auf der Schwäbischen Alb. Ihre Geschichte begann ebenfalls 1999 mit dem ersten Rohbrand. 2002 kamen die ersten Flaschen „Schwäbischer Whisky“ auf den Markt. (finch-whisky.com)
Die Gerste für den Whisky stammt aus eigenem Anbau auf der Schwäbischen Alb. Daher auch die Bezeichnung „Schwäbischer Hochland Whisky“, die sicherlich auch eine Anspielung auf die schottischen „Highland Whiskys“ ist.
Vom Anbau des Getreides über die Verarbeitung und Destillation bis zur Reifung soll möglichst viel in eigener Hand bleiben. Die Brennerei bezeichnet dieses Konzept treffend als „Vom Feld ins Glas“. So entstehen Whiskytypen mit einem eigenen schwäbischen Charakter.
Für diesen Artikel habe ich einen Schwäbischen Hochland Whisky ausgewählt.
finch FINESELECTION Single Malt – 42 % Vol.
Der sechs Jahre gereifte Single Malt wird aus Gerstenmalz aus eigenem Anbau hergestellt. Seine Reifezeit verbringt er in ausgewählten Wein- und Ex-Bourbonfässern. Der Whisky wird mit 42 % Vol. abgefüllt, ist naturbelassen und wird ohne Kühlfilterung abgefüllt.
Aroma und Geschmack: Der finch Whisky ist angenehm süß und fruchtig. Das Aroma überzeugt mit Aromen von Weintrauben, Rosinen und Vanille. Die Wein- und Bourbonfass-Reifung sorgt für eine schöne Verbindung von Frucht, Süße und Würze.
Der Abgang ist mittellang und wird von süßen Malz- und Fruchtnoten bestimmt.
Auch der finch FINESELECTION Single Malt ist ein gutes Beispiel dafür, wie eigenständig deutscher Whisky inzwischen geworden ist.
Mein Fazit:
Zwei charaktervolle und zugängliche deutsche Single Malts. Wer bisher vor allem Scotch Whisky getrunken hat, sollte auch einmal einen dieser German Single Malts verkosten. Diese beiden Whiskys eignen sich für einen guten Einstieg.

